Pro-Argumentation in der Abstimmungsvorschau der bz Basel, 29.1.2019

Heute gibt die St. Alban-Vorstadt ein eher tristes Bild ab: Die von so vielen historischen Häusern gesäumte Strasse hat dringenden Sanierungsbedarf. Der Belag ist ein löchriger Flickenteppich. Auch die Werkleitungen müssen ersetzt werden. So bietet sich die Chance, aus diesem vernachlässigten Teil der Altstadt wieder eine Visitenkarte zu machen.

Das vorgesehene Gestaltungskonzept ist nicht neu: Rittergasse, Martinsgasse, Münsterberg, Spalenberg, Malzgasse, Augustinergasse… kurz: In vielen der schönsten Altstadt-Strassen wurde es bereits umgesetzt. Die Eckwerte: Fahrbahn ohne Absätze und Hindernisse, flache Wackenstein-Pflästerung an den Seiten, asphaltierter Streifen in der Mitte, Begegnungszone (Tempo 20, Fussgängervortritt). So lädt die «Dalbe» in Zukunft zum Flanieren ein – vom Kunstmuseum ins Dalbeloch oder bis zum St. Alban-Tor.

Heute ist diese Strecke zu Fuss ein Balance-Akt auf viel zu schmalen Trottoirs. Kommt jemand entgegen, muss man auf die Fahrbahn ausweichen, wo man heute keinen Vortritt hat – das ist gefährlich. Kein Durchkommen gibt es für Rollstühle und Kinderwagen: Wenn z.B. Bebbi-Säcke draussen stehen, reicht für sie auch an breiteren Stellen der Platz auf dem Trottoir nicht aus. Das sind unzumutbare Bedingungen.

Die neue Gestaltung ermöglicht eine vielfältigere Nutzung der ganzen Strassenbreite und die historischen Bauten kommen erst noch besser zur Geltung als heute – wie auch die vielen schönen Lädeli. Man wird endlich stehen bleiben können, um eines der liebevoll gestalteten Schaufenster zu bestaunen. Das ist heute ab Schöneckbrunnen kaum möglich, ohne dass man das viel zu schmale Trottoir für andere blockiert. Der Platzgewinn bietet mehr Aufenthaltsqualität für alle – sowohl für die Anwohnenden als auch für Besucherinnen und Touristen. Mehr Platz für Begegnung!

Begegnungszonen sind nicht nur in der Schweiz beliebt, sie werden auch auf Wunsch der lokalen Bevölkerung immer mehr. Kein Wunder: Verkehrsberuhigte Strassen gewinnen sowohl an Lebensqualität als auch an Verkehrssicherheit. In Strassen mit Fussgängervortritt verhalten sich die rollenden Verkehrsteilnehmenden automatisch umsichtiger. Das wird auch in der St. Alban-Vorstadt so sein. Zudem dürfte – als angenehmer Nebeneffekt – auch unnötiger Verkehr verschwinden, der nicht hierher gehört.

Die private Beratungsstelle für Unfallverhütung hält in ihrem Bericht zu diesem Projekt fest, es erhöhe die Sicherheit «in hohem Mass». Und damit sich alle der Verkehrsregeln einer Begegnungszone bewusst sind und vor Ort informiert werden können, hat das Parlament zusätzlich Geld gesprochen. So übrigens auch für Steinpoller um den Schöneckbrunnen und an anderen Stellen, falls sich eine Abgrenzung zum rollenden Verkehr als nötig erweisen sollte.

Nutzen wir die Chance für eine einladende Dalbe! Geben wir der St. Alban-Vorstadt ein freundliches Gesicht und den Menschen mehr Platz. Am 10. Februar 2019 JA zu den «Massnahmen zugunsten des Fuss- und Veloverkehrs in der St. Alban-Vorstadt».

Lisa Mathys, Grossrätin SP, Anwohnerin


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