Die St. Alban-Vorstadt muss wegen veralteter Leitungen unter der Strasse saniert werden. Wer wie ich täglich durch die St. Alban-Vorstadt Velo fährt, der weiss, dass der Strassenbelag zudem voller Löcher ist.

Im Zug dieser Sanierung muss der bestehende Belag entfernt werden. Das ist der Moment, um darüber nachzudenken, wie der neue Belag aussehen soll. Das alte Profil rekonstruieren? Dafür müsste das jetzige ca. 130 Jahre alte Profil nach wie vor zeitgemäss sein. Ist es aber nicht: Die Trottoirs sind stellenweise so schmal, dass weder ein Kinderwagen passieren kann noch zwei Menschen aneinander vorbeikommen. Die Jogger traben längst in Dreierreihen auf der Strasse. Was zeigt, dass sich die Fussgänger in der Innerstadt und den Vorstädten die Strasse zurückerobern und die Dominanz der schnelleren Verkehrsteilnehmer einschränken.

Abgesenkte Trottoirränder unterstützen das, ermöglichen den Wechsel auf die Strasse und die andere Seite, sei es mit dem Rollator oder mit dem Kinderwagen. Breitere Trottoirs und eine schmalere Fahrbahn machen zudem deutlich, wie die neuen Kräfteverhältnisse aussehen sollen: Fussgänger vor!

Und um historisch zu argumentieren: Die Vorstädte wurden lang vor der Ära des Autos gebaut, die Breite des Raums ist ungeeignet für einen dichten oder schnellen Autoverkehr. Ich stimme darum Ja für Tempo 20 und die Sanierung in der St. Alban-Vorstadt!

Veronika Selig, Basel

Leserinnenbrief in der bz Basel vom 31. Januar 2019

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